Anleihenarten

Anleihen und Rentenfonds

Festverzinsliche Exchange-Traded Funds

Festverzinsliche Exchange-traded funds (ETFs), deren Anteile an wichtigen Börsen gehandelt werden, sind eine Sonderform des Investmentfonds, der zur Verfolgung der Entwicklung eines bestimmten Anleihenmarktindex entwickelt wurde. Ein Anleihenmarktindex ist eine statistische Zusammensetzung, die von einem Finanzinstitut oder Finanzinformationsdienst erstellt und gepflegt wird und verfolgt die Performance des gesamten Anleihenmarktes oder eines speziellen Sektors (Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder hypothekarisch besicherte Wertpapiere), die Fälligkeiten oder Bonität innerhalb des größeren Marktes. Unterschiedliche ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit eine breite oder gezielte Präsenz auf dem Anleihenmarkt zu erzielen.

Genau wie Anleihenmarktindices werden ETFs außerdem von Finanzunternehmen erstellt und verwaltet, jedoch nicht zwangsläufig von den selben Institutionen, die den Index, auf dem sie basieren, erstellen und verwalten. Bekannte Markennamen von ETFs sind u.a. iShares, SPDRs (kurz für Standard & Poor's Depositiory Receipts, auch bekannt als Spiders), Diamonds und Vipers. ETFs, die auf Aktienindices basieren, sind geläufiger, jedoch beinhalten einige dieser Markennamen auch festverzinsliche ETFs. Sie verfügen alle über unterschiedliche Firmen als Sponsoren und Verwalter. Im Gegensatz zu den meisten Anleihen, werden ETFs an geregelten Börsen gehandelt, daher auch der Name exchange-traded funds (an der Börse gehandelte Fonds).

Ähnlichkeiten zwischen ETFs und Anleihen

Die Kurse festverzinslicher ETF-Anteile werden von denselben Faktoren beeinflusst wie die Kurse von Anleihen:

  • Veränderungen der Zinssätze (steigen die Zinsen fallen die Kurse der Anleihen und umgekehrt)
  • Veränderungen der Renditespannen (die Differenz zwischen der Rendite einer bestimmten europäischen Staatsanleihe oder einer anderen Referenzanleihe und einer anderen Anleiheart mit vergleichbarer Fälligkeit)
  • Veränderungen der Ertragskurve (das Verhältnis der Rendite von Anleihen mit unterschiedlichen Fälligkeiten untereinander)

Unterschiede zwischen ETFs und Anleihen

Für gewöhnlich schütten festverzinsliche ETFs monatlich Dividenden aus. Hierzu können sowohl Zinserträge der zugrunde liegenden Anleihen, als auch Kapitalerträge (falls zutreffend) gehören. Die meisten Anleihen zahlen Zinsen auf halbjährlicher Basis aus. Einige Anleihen zahlen jährlich.

Im Gegensatz zu Anleihen besitzen ETFs keinen Fälligkeitstermin. Obwohl die Anleihen im Fonds irgendwann auch ihre Fälligkeit erreichen, werden die Erträge in neue Anleihen investiert und nicht an den Anleger zurückgezahlt. ETF-Investoren können ihr Kapital nur durch den Verkauf ihrer Anteile zurück erhalten. Der Verkaufskurs kann über oder unter dem bezahlten Preis liegen, je nachdem welche Richtung die Zinsen und andere Bedingungen auf dem Anleihenmarkt zwischenzeitlich eingeschlagen haben.

ETFs werden an Börsen gehandelt, während Anleihen generell durch Vermittler ge- und verkauft werden. Handel an einer Börse bedeutet, dass Anleger genau wie bei allen notierten Aktien handeln können. Genau wie bei notierten Aktien erhält man bei ETFs Informationen zum früheren Handel und Kursangebote.

Unterschiede zwischen ETFs und offenen Rentenfonds

  • Festverzinsliche ETF-Anteile werden an einer Börse ge- und verkauft, während offene Rentenfonds-Anteile direkt durch den Fonds-Sponsor ge- und verkauft werden. Hinweis: Der Begriff "mutual" eigentlich ein amerikanischer Begriff (von engl. mutual fund = Investmentfonds) ist jetzt in Europa geläufig, jedoch nicht so in Großbritannien.
  • Die Kurse für ETF-Anteile werden ständig im Tagesverlauf festgesetzt und die für traditionelle offene Rentenfonds-Anteile einmal täglich.
  • ETF-Anteile können zu jeder Tageszeit gekauft oder verkauft werden. Offene Fondsanteile können nur am Ende des Handelstages ge- oder verkauft werden.
  • ETF-Anleger bezahlen eine Maklerprovision für den Handel, während Anleger in traditionelle offene Fonds möglicherweise eine Eintrittsgebühr für den Ein- und Austritt aus dem Fonds bezahlen müssen.

Viele offene Investmentfonds werden aktiv verwaltet, d.h. Portfolioverwalter treffen Investitionsentscheidungen und sind bemüht die Performance des Portfolios bezüglich des gesamten Marktes zu verbessern. Daher erheben offene Fonds oftmals verhältnismäßig höhere Verwaltungsgebühren als passiv verwaltete (indizierte) Fonds. ETFs sind immer indiziert und haben oftmals erheblich niedrigere Verwaltungsgebühren und Kostensätze als aktiv verwaltete Fonds und, in einigen Fällen, als andere indizierte Fonds.

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